Bonmots, die ich auch in meiner Beratertätigkeit beherzige

"Schauen Sie doch, wie begeistert eine Industrie 4.0 propagiert wird, ohne die Frage zu stellen, welche gesellschaftlichen Folgen das hat. Wenn sich führende deutsche Industrievertreter inzwischen für ein bedingungsloses Grundeinkommen einsetzen, dann bin ich zutiefst misstrauisch. Warum tun die das? Wahrscheinlich, weil sie wissen, es wird eine neue Klasse von "Überflüssigen" entstehen, die weder in der Produktion noch im Dienstleistungsbereich gebraucht werden. Die sollen ruhigestellt werden."
Günter Verheugen im Interview in "Neues Deutschland" 13./14.05.2017
"Der Schlüssel für ein profitables Unternehmen mit gutem Rating liegt in einer stetigen und ganzheitlichen Verbesserung des Managements,
sich ganzheitlich und systematisch in der Breite aller Aufgaben besser aufzustellen."

Sozietät bdp Bormann, Demant & Partner Berlin in "Wirtschaft+Markt" 5-2014, S. 53
"Das Nicht-Sehen des Gleichzeitigen, das anderswo passiert, ist kein Ignorieren, sondern ein ursprüngliches Verschontsein von Aussichten in die maßlose Maschinerie.
Sieht man zu viel, rückt der Wahnsinn näher."

Peter Sloterdijk; "Zeilen und Tage, Notizen 2008-2011", Suhrkamp Berlin
"Also muss das Ziel ein Nullfehlerproduktion, vollständige Materialausnutzung und Kreislaufwirtschaft sein. ...
Generell gilt: Wir müssen immer mehr Wertschöpfung mit immer weniger Ressourcen zustande kriegen."

Prof. Reimund Neubgebauer, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft, VDI-Nachrichten 02.11.2012, S. 2
"Die Menschen eilen hastig, die Blicke kleben kaum mehr auf dem Boden, sie sind in die Ferne gerichtet, dorthin, wo wahrscheinlich das Ziel schon wartet, ein neuer Erfolg, ein weiterer Sieg, eine Etappe auf dem Weg zur Wichtigkeit."
Ahne, Autor, "Berliner Zeitung" 07.06.2012, S.25
"Die Ziele des Kapitalismus – die ständige Steigerung der Produktion und des Wachstums, die einseitige Vermehrung des Konsums und die Akkumulation des Kapitals – können nur durch die fortschreitende Ausbeutung des Menschen, der Erde, ihrer Bodenschätze, ihrer Ackerflächen, ihrer Wälder, ihres Wassers, die Zerstörung der Artenvielfalt und der Ökosysteme erreicht werden.
›Auf Vernichtung läuft's hinaus‹,sagt Mephisto.
Und der Kapitalismus ist die Vernichtungsmaschine."

Dr. Heiner Geißler (Deutscher Politiker, CDU-Mitglied) im Interwiew in der Zeitung "Neues Deutschland" 19./20.05.2012
"Je mehr jemand über ein standhaftes Inneres verfügt, einen gesunden Abstand zu seiner Arbeit hat und sich nicht über Erfolge definiert, desto reifer ist er."
Dr. Tony Humphreys (Irland), Psychologe, Consultant Clinical Psychologist and International Speaker, VDI-Nachrichten vom 15.10.2010
"Viele mittlere und obere Führungskräfte befassen sich gar nicht mehr mit der Arbeit der Mitarbeiter. Sie wechseln oft, sind im permanenten Anlernzustand, müssen sich mit vielen anderen Dingen beschäftigen. Die einzigen, die die Prozesse kennen, sind die Mitarbeiter und Meister, meist noch die Betriebsräte. Wenn neue Prozesse zum Laufen gebracht worden sind, und die externen Prozessinstandhalter (Berater) den Betrieb wieder verlassen, fallen die Verbesserungen oft wieder in sich zusammen."
Roland Springer, Inhaber des Institutes für Innovation Ostfildern in den VDI-Nachrichten vom 16.07.2010
zur Frage, ob sich die Führungskräfte ausreichend um Höchstleistung am Arbeitsplatz kümmern.
"Wenn es im Winter auf dem Acker nichts zu tun gab, schärften früher die Bauern ihre Sensen - einen solchen vorausschauenden Umgang mit der wichtigsten Ressource, nämlich dem Faktor Mensch, müssen wir in Deutschland wieder lernen."
Klaus F. Zimmermann, Präsident des Deutschen Institus für Wirtschaftsforschung Berlin (2009)
zu den sinkenkenden Weiterbildungsausgaben der Wirtschaft 2008 und den Anforderungen in Zeiten der aktuellen auftragsarmen Krise.
"Wenn einer weiß, dass er nichts wissen kann, und trotzdem so tut als ob, dann ist er wahrscheinlich ein Depp - oder ein Berater."
Kabarettist Bruno Jonas in seinem Programm "Bis hierher - und weiter" (2008)
"Ich glaube tatsächlich, dass viele Dinge, die mit veralteter Technik erstellt wurden, so ausgereift sind,
dass auch die moderne Elektronik das nicht weiter verbessern kann."

Dr. Heiko Mell, in Antwort zu Frage 2.109 der Karriereberatung, VDI-Nachrichten 14-2007
"Wir müssen in der Statistik exzellent sein.
Das Risiko fängt im Berichtswesen an."

Bankier Friedrich von Metzler, 2006
"Es ist ein Missstand, dass Firmen,die einst von Ingenieuren gegründet wurden, nun fast nur noch von Juristen und Wirtschaftlern geleitet werden.
Zur Innovation sind besonders Ingenieure in der Lage.
Ein Fakt, der allein schon zur Unternehmensführung prädestiniert.
Schließlich kann der Ingenieur das Kaufmännische erlernen, umgekehrt ist es ungleich schwerer."

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Wahlster,
Direktor des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz und Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes in "VDI-Nachrichten vom 18. 03. 2005
"Die amerikanische Industrie wurde ebenso wie die deutsche von Ingenieuren aufgebaut. Heute bilden die USA keine amerikanischen Ingenieure mehr aus. Die kommen aus Indien. Dafür ist das Land voll mit Leuten ohne substanzielle Ausbildung, aber mit einem Master of Business Adminstration(MBA)-Abschluss, die alle nur managen wollen. Wenn Deutschland denselben Weg geht und auf seine fundierte Ausbildung verzichtet, dann verliert es seinen Wettbewerbsvorteil und schwächt seine Wirtschaft".
Henry Mintzberg: Manager statt MBAs. Eine kritische Analyse. Campus Verlag, Frankfurt 2005, 416 S., 49,90 Euro
"Qualität besitzen heute nur Produkte, Verfahren und Systeme, die neben dem vom Nutzer gewünschten Zustand reproduzierbar, mit geringen Kosten, ressourcenschonend und umweltfreundlich herzustellen bzw. zu betreiben sind. Geisteshaltung für ständig optimierte Betriebsorganisation und präzise Prozesse sind Voraussetzung und Inhalt dieser Qualität. Angesichts der globalen Probleme und Bedrohungen für die Menschheit durch rücksichtslose Produktion und Wirtschaftexpansion erscheint diese Erweiterung des Qualitätsbegriffes unumgänglich."
Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig, Schlenzig-Managementintensivierung Berlin, 2000
"Je besser die täglichen, immer wiederkehrenden Arbeitsabläufe organisiert werden,
je flächendeckender die Verantwortung für eben diese Abläufe auf die Mitarbeiter heruntergebrochen wird, um so mehr Freiraum bleibt der Managementebene,
sich mit
- neuen Ideen,
- neuen Serviceleistungen oder
- (neuen) Produkten
zu beschäftigen.
Es fällt daher leicht, den Rückschluß zu ziehen: Wer sich gut organisiert, hat die Zeit,um Wettbewerbsvorteile zu kreieren."

Elke Fischer, Hotelfachfrau im Landhotel Schindlerhof bei Nürnberg, in QZ 43, 2, S. 119, 1998
Die Dokumentation zum Qualitätsmanagement in einem Unternehmen muß nichts mit DIN EN ISO 9000 zu tun haben, sondern sollte besser überschrieben werden mit Anleitung: So funktioniert unser(mein) Unternehmen am besten !
Schwerpunkte dabei sind:
- Strategisch-konzeptionelles Q-Management der Leitung --> Q in allen Köpfen
- Kunden-(Interessenpartner-)orientierung
- Optimierung der Unternehmensorganisation
- Prozesspräzision in den Abläufen
- Null-Fehler-Strategie
- Vorbeugungsmaßnahmen und Prüfungen auf allen Ebenen
- Technisches und kommerzielles Controlling
- Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Nach Karl Josef Erhart, Vorsitzender der DGQ, 1996
"Den Wert eines Unternehmens machen nicht die Gebäude und Maschinen auch nicht sein Bankkonto aus.
Wertvoll an einem Unternehmen sind nur die Menschen, die dafür Arbeiten, und der Geist, in dem sie es tun."

Heinrich Nordhoff, erster VW-Vorstandsvorsitzende, 1995
"Ein Unternehmen führen,heißt Bedingungen schaffen,
unter denen Menschen freiwillig TOP-Leistungen erbringen, die Anerkennung finden und Stolz machen;
Hindernisse beseitigen, die der freien Entfaltung der individuellen Fähigkeiten zum Wohl des Unternehmens im Wege stehen;
Ängste abbauen, damit ein Klima des Vertrauens, der Offenheit und hohen Kommunikationsdichte entsteht."

Johan Tikart, Geschäftsführer bei Mettler Toledo Albstadt (MTA) 1995
"Die verlustorientierte Ungenauigkeit priorisieren!"
Dr. Zug, TU Berlin, Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik, Bereich Qualitätswissenschaft, 1994
"Qualitätsmanagement ist nichts anderes als richtige Unternehmensführung!"
Dr. Joachim G. Pärsch, Geschäftsführer der DQS, 1994
"Auf die Inweltverschmutzung. Kein Mensch denkt bisher darüber nach, dass es nicht nur die Welt um uns, sondern auch die Welt in uns gibt. Ständig verschnutzen wir in uns im Innern." Erst die Synthese von Denken, Ästhetik und Ethik gibt "uns die Chance, noch ein 'menschlicher Mensch' ein homo humanus zu werden."
Verhaltensforscher Prof. Dr. rer. nat. habil. Dr. dc. Günter Tembrock, 1992
"Wegen Unfähigkeit wurde noch niemand bestraft,
immer nur wegen der Fehler, die nicht ausbleiben, sobald einer arbeitet.
Dagegen schützt nur Mittelmaß, Durchschnitt zu sein oder darunter!"

aus "Spur der Steine", Erik Neutsch, 1964
"Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne bezahle."
Robert Bosch, 1931
"Wie alle Organismen existiert das lebendige Unternehmen zuerst für sein eigenes Überleben, auch für seinen eigenen Fortschritt. Es will seine Potentiale realisieren und so groß werden, wie es ihm möglich ist. Es existiert nicht einzig deswegen, um Kunden mit Waren zu versorgen oder für das return on investment für die shareholder."
Arie de Geus
"Ich habe den Glauben, dass wir nicht geboren sind, um nur glücklich zu sein,
sondern um unsere Pflicht zu tun
und wir wollen uns segnen, wenn wir wissen, wo unsere Pflicht ist."

Friedrich Nietzsche
"Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, dass nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen sie für das Risiko, dass sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn sie das Tun, dann haben sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen."
John Ruskin, Engl. Sozialreformer (1819-1900)
"Je planmäßiger ein Mensch vorgeht, desto wirksamer vermag ihn der Zufall zu treffen."
Friedrich Dürrenmatt
"Ich soll thun was der Staat von mir verlangt, und doch soll ich nichtuntersuchen, ob das was er von mir verlangt, gut ist.
Zu seinen unbekannten Zwecken soll ich bloßes Werkzeug sein - ich kann das nicht."

Heinrich von Kleist an Wilhelmine von Zenge,    Berlin, den 13. November 1800
"Keine Arbeit ist so beschwerlich,dass man sie nicht der Kraft dessen der sie verrichtet, anpassen könnte,
vorausgesetzt, dass die Vernunft und nicht die Habsucht sie regelt!"
(Montesquieu)
bonmot